Liquiditätsmanagement:
 2 + 8 Maßnahmen zur Steigerung der Liquidität

SCHNELLE LIQUIDITÄT IN ZEITEN VON CORONA

In Krisenzeiten ist schnelle Liquidität gefragt. Cash is King. Es gibt umfangreiche Möglichkeiten, Zahlungen zu stunden und Liquiditätshilfen zu beantragen.

Diese Maßnahmen wirken aber nur kurzfristig und aufschiebend und sollten daher unbedingt von systemischen, nachhaltigen Liquiditätsmaßnahmen begleitet werden.

1.

Nutzen Sie aktuelle Möglichkeiten zu Stundungen

  • Beantragen Sie die Stundung von Steuerzahlungen bei Ihrem Finanzamt.

  • Betragen Sie die Stundung der Sozialversicherungsbeiträge bei den Krankenkassen.

  • Auch die Beiträge zur Künstlersozialkasse und zur Berufsgenossenschaft können gestundet werden.

  • Sprechen Sie mit Ihrem Vermieter bzgl. einer möglichen Kürzung oder Stundung von Mietzahlungen.

2.

Beantragen Sie Liquiditätshilfen und -kredite

  • Gewinnen Sie Liquidität über die Soforthilfeprogramme von Bund und Ländern.

  • Beantragen Sie KfW-Kredite über ihre Hausbank. Die KfW übernimmt 100% der Bürgschaften. Private Bürgschaften oder Sicherheiten sind daher nicht mehr notwendig.

NACHHALTIGES LIQUIDITÄTSMANAGEMENT

Folgende Maßnahmen haben eine nachhaltige Wirkung auf die Liquiditätssituation und den Kapitalbedarf des Unternehmens.

1.

Überprüfen Sie Ihre Angebots- und Rechnungsstruktur.

Inbesondere Unternehmen im Projektgeschäft, z.B. Agenturen und Handwerksbetriebe haben oft ungenutzte Möglichkeiten, früher und häufiger Rechnungen zu stellen.

Nutzen Sie Möglichkeiten zu Anzahlungen, Teilzahlungen und Zwischenzahlungen? Bei Projekten, die über mehr als sechs bis acht Wochen gehen, empfehle ich in der Regel wenigstens einmal pro Monat eine Rechnung zu stellen. 

2.

Können Sie kürzere Zahlungsziele vereinbaren?

​Vorausgesetzt Sie haben keine vertraglich vereinbarten Zahlungsziele mit Ihren Kunden, können Sie vielleicht das Zahlungsziel bei der Rechnungsstellung anpassen und schauen, wie Ihre Kunden reagieren.

Einige Kunden werden sich einfach an dem neuen Zahlungsziel orientieren. Die Kunden, denen das Zahlungsziel wichtig ist, werden Ihnen das dann mitteilen.  

3.

Können Sie schnellere Zahlungen begünstigen?

Für B2B-Unternehmen, bei denen wenige Kunden einen Großteil des Umsatzes ausmachen, lohnt es sich, die Zahlungsprozesse auf der Kundenseite genau zu verstehen.

 

Haben die Kunden feste Zeiten für Zahlungsläufe (z.B. immer freitags) und können Sie das bei der Rechnungsstellung berücksichtigen?


Haben die Kunden einen festen Prozess zur Rechnungsprüfung und können Sie die Freigabe beschleunigen (z.B. indem Sie dem Rechnungsprüfer die Rechnung direkt schicken?

4.

Können Sie Ihr Forderungsmanagement verbessern?

Oft stockt der Prozess noch vor der Rechnungsstellung und Rechnungen werden nicht schnell genug gestellt. Prüfen Sie, ob Sie die internen Prozesse besser gestalten können. Ermöglichen Sie Ihrem Finanz- und Rechnungsverantwortlichen einen besseren Überblick über den Status der Leistungserbringung.

Prüfen Sie auch Ihre Prozesse im Mahnwesen. Eskalieren Sie schnell nach jeder Fristverstreichung. Kommunizieren Sie dabei freundlich, aber verbindlich. 

5.

Haben Sie Fördermöglichkeiten geprüft?

Viele Unternehmen haben keinen ausreichenden Überblick über Förderprogramme. Dabei lassen können viele Investitionen, Anstellungen und Weiterbildungsmaßnahmen durch Fördermaßnahmen bezuschusst oder finanziert werden.

Wenden Sie sich diezbezüglich an die Fördermittelberater Ihrer IHK oder Handwerkskammer, der Kommunen (in Berlin die Wirtschaftsförderung der Bezirke) oder der Landesbanken (in Berlin die IBB). Ich empfehle wenigstens einmal jährlich ein Gespräch mit einem Fördermittelberater über geplante Maßnahmen und Fördermöglichkeiten. Das ist gut investierte Zeit, die sich schnell bezahlt macht.

6.

Sprechen Sie mit Ihrer Hausbank.

Prüfen Sie mit Ihrer Hausbank, ob und unter welchen Bedingungen die Kreditlinie für den Kontokorrentkredit erhöht werden kann.

7.

Kommt für Sie der Verkauf von Forderungen in Betracht?

Es gibt viele Varianten des Forderungsverkaufs bzw. Factorings. Es ist grundsätzlich auch möglich, einzelne Forderungen zu verkaufen und den Forderungsverkauf so zu gestalten, dass der Forderungsverkauf für Ihre Kunden nicht sichtbar ist.

8.

Lassen Sie sich für Maßnahmen und Umsetzung beraten.

Viele der beschriebenen Maßnahmen sind nicht aufwendig oder komplex. Dennoch sind die Themen für viele Unternehmer oder Unternehmen neu und es fehlt die Zeit für nähere Beschäftigung.

Externe Berater sind auf diese Themen spezialisiert und haben damit einen guten Überblick, welche Maßnahmen schnell umsetzbar sind und welche Lösungen passen.

Wenn Sie dahingehend Unterstützung wünschen, stehe ich dafür natürlich gern zur Verfügung.

 

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PerfectDay Unternehmensberatung
für Finanzen und Controlling

Alexander Keck

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